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Gemeinsam Schulqualität richtig prüfen

19.02.2026 - Artikel

Auf der diesjährigen Tagung der Bund-Länder-Inspektorinnen und -Inspektoren, die auf Einladung der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) vom 27. bis zum 29. Januar in Bonn stattfand, setzten sich die Teilnehmenden mit Standardsicherung im Verfahren der BLI 3.0 auseinander.

Wie steht es um die Qualität der Deutschen Auslandsschulen? Darum geht es bei den Bund-Länder-Inspektionen (BLI), die Experten von Bund und Ländern an den Deutschen Schulen im Ausland (DAS) durchführen. Die jährliche Tagung dient der Qualitätssicherung des Inspektionsverfahrens, der Sicherheit im Umgang mit den Instrumenten des Inspektionsverfahrens sowie der Standardsetzung durch Kalibrierung.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt war in diesem Jahr das Thema „Lernen im Kontext von Heterogenität und der Deeper Learning Ansatz“ von Prof. Dr. Anne Sliwka, Bildungswissenschaftlerin an der Universität Heidelberg. Ihr Vortrag zeigte nicht nur die Notwendigkeit und Möglichkeiten für Differenzierung im Unterricht auf, sondern präsentierte mit Deeper Learning auch ein Konzept, das in einigen Ländern schon erfolgreich an Schulen umgesetzt wird. Bedeutendste Erkenntnis: „Langeweile (Über- bzw. Unterforderung) ist das größte Problem im Unterricht“.

Sehr begehrt: das BLI-Gütesiegel

Wie wichtig die stetige Weiterbildung der Bund-Länder-Inspektorinnen und -Inspektoren ist, damit die komplexen Schulinspektionen durchgeführt werden können und die erfolgreichen Schulen schließlich das begehrte vom Bundespräsidenten verliehene Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ erhalten können, bekräftige ZfA-Leiterin Heike Toledo in ihrem Grußwort und hieß die Inspektorinnen und Inspektoren herzlich im historischen Weltsaal des Auswärtigen Amts am Dienstsitz Bonn willkommen.

Wertvoll ist bei der Tagung auch der Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, um eine Einheitlichkeit im Vorgehen und in der Bewertung sicherzustellen.

Unterrichtsbewertungen, sprachsensibler Unterricht, GIB

Die Teilnehmenden beschäftigten sich auch mit konkreten Unterrichtsbewertungen anhand einer Videosequenz eines Unterrichts einer DAS. Die Bewertungen – besonders die kontroversen – dienten dem vertieften Austausch, mit dem Ziel, für künftige Bewertungen mehr Handlungssicherheit und Einheitlichkeit zu erreichen.

Juliane Müller de Acevedo, ZfA, machte in ihrem Beitrag zum Thema Deutsch als Fremdsprache (DaF)/Deutschsprachiger Fachunterricht (DFU) deutlich, wie viele unterschiedliche Konzepte der Sprachförderung es in der unterrichtlichen Praxis gibt.

Auch Oliver Class, ZfA, trug mit seinem Vortrag zum Gemischtsprachigen International Baccalaureante (GIB), das die ZfA an 36 DAS anbietet, zum Gelingen der Tagung bei.

Jährlich rund 20 BLIs weltweit

Aktuelle Informationen rund um die BLI präsentierten Dr. Bettina Fischer, die in der ZfA die BLI verantwortet, Thomas Mayer, Ländervorsitzender des Bund-Länder-Ausschusses für die schulische Arbeit im Ausland (BLASchA) sowie Lucinda Junker von der ZfA. Jährlich führen Bund und Länder gemeinsam rund 20 Bund-Länder-Inspektionen weltweit durch.