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Finale am Zuckerhut

Vier Schülerinnen und Schüler der Finaldebatte

Die vier Finalisten Carmen Gonzalez, Diego León Solares, Mirjam Froese Boldt und Mariana González Iglesias mit Jan Freigang (Generalkonsul von Rio de Janeiro) und Trainer Wolfgang Gerhardt © Michael Dahms

19.11.2025 - Artikel

Jubiläum unter freiem Himmel: Zum zehnten Mal fand vom 21. bis zum 23. Oktober das Finale des Wettbewerbs „Jugend debattiert in Südamerika“ statt, in diesem Jahr in Rio de Janeiro, Brasilien.

Nach der Vorrunde im Colégio Cruzeiro Centro, sowie dem Halbfinale in der Deutschen Schule Rio de Janeiro, der Escola Alema Corcovado, stieg das große Finale unter freiem Himmel und mit traumhaftem Blick auf die Stadt in der Residenz des deutschen Generalkonsulats. 18 Schülerinnen und Schüler aus Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Guatemala, Kolumbien, Paraguay und Peru, die zuvor ihre Landeswettbewerbe gewonnen hatten, debattierten in deutscher Sprache über aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie etwa, ob Werbung für ungesunde Lebensmittel oder extremistische Parteien in einer Demokratie verboten werden sollen.

Mut zur eigenen Meinung

Jan Freigang, deutscher Generalkonsul in Rio de Janeiro, hob in seiner Begrüßung den besonderen Mut hervor, der nötig sei, um die eigene Meinung öffentlich zu vertreten: Dies sei keine Selbstverständlichkeit, mache aber eine offene Gesellschaft aus. Sprache, so Freigang, bilde eine Brücke zwischen Ländern und Kulturen.

Heike Toledo, Leiterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), betonte, dass Argumentieren und Debattieren elementar für eine lebendige Demokratie seien. Der Wettbewerb Jugend debattiert der Hertie-Stiftung, an dem sich viele Deutsche Auslandsschulen, Deutsch-Profil-Schulen und Sprachdiplomschulen auf allen Kontinenten beteiligen, habe sich inzwischen zu einem Markenzeichen des deutschen Auslandsschulwesens entwickelt.

Ana Paula Ramos, pädagogische Gesamtleiterin des Colégio Cruzeiro, sprach von der „bereichernden Erfahrung“, wenn junge Menschen aus neun verschiedenen Ländern zusammenkommen, miteinander lernen und gemeinsam wachsen. Paulo Carvalho, brasilianischer Schulleiter der Deutschen Schule Rio de Janeiro, betonte das Zuhören als zentrale Kompetenz, die auch zur Selbstreflexion der eigenen Haltung führen müsse.

Ein Finale auf hohem Niveau

Mit sprachlicher Sicherheit und inhaltlicher Tiefe setzten sich die vier Teilnehmenden der Endrunde mit der Frage einer kostenlosen staatlichen medizinischen Grundversorgung auseinander. Die Pro-Seite entwickelte konkrete Realisierungsvorschläge und betonte das Grundrecht auf eine solche Versorgung. Die Contra-Seite wies auf die Schwierigkeit der Finanzierung und Organisation dieser Maßnahme sowie auf die Gefahr von Korruption hin. Das Finale bot ein Forum, auf dem junge Deutschlernende zeigen konnten, dass sie komplexe politische und ethische Fragen nicht nur inhaltlich durchdringen, sondern auch in einer Fremdsprache mit beeindruckender Ausdruckskraft diskutieren können.

Impressionen vom Südamerikafinale

Zur Siegerin des Jubiläumsfinales wurde schließlich Carmen Gonzalez vom Colegio Secundario Loma Plata in Paraguay gekürt. Den zweiten Platz belegte Diego León Solares vom Instituto Austriaco Guatemalteco in Guatemala. Mirjam Froese Boldt vom Colegio Secundario Neuland (Paraguay) erreichte den dritten Platz, und Mariana González Iglesias von der Deutschen Schule Barranquilla (Kolumbien) wurde Vierte.

Jugend debattiert in Lateinamerika: weit mehr als ein Sprachwettbewerb

Alle 18 Teilnehmenden zeigten eindrucksvoll, dass Jugend debattiert in Lateinamerika weit mehr ist als ein Sprachwettbewerb – es ist ein Forum für Verständigung, demokratische Teilhabe und internationale Freundschaft. Das sind zehn Jahre gelebte Debattenkultur, in denen Jugendliche durch die deutsche Sprache Brücken gebaut, Freundschaften geschlossen und gelernt haben, mit Worten die Welt zu bewegen.

Quelle: Michael Dahms, ZfA-Fachberater für Deutsch in Sao Paulo

Jugend debattiert„ ist ein Wettbewerb, den die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Kooperation mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und weiteren regionalen Partnern in mittlerweile über 30 Ländern weltweit durchführt. Es beteiligen sich Deutsche Auslandsschulen, Sprachdiplomschulen und Deutsch-Profil-Schulen. Neben dem regionalen Wettbewerb in Europa gibt es einen regionalen Wettbewerb in Südamerika sowie weitere Wettbewerbe in Nordamerika, China und Südostasien.